Für Großeltern: Das erste Baby-Jahr
Hallo liebe Oma, lieber Opa, hier spricht euer Enkelkind zu euch!
Daran hat sich nichts geändert: Nichts ist so aufregend wie die ersten 12 Monate; jeden Monat lerne ich Neues, kann ich mehr, möchte ich mehr von euch haben.
| Hier ist mal ein guter Tipp von mir: Schenkt doch Mama und Papa - vor allem, wenn ich das erste Kind bin, das sie bekommen - folgendes Buch, damit sie mit mir alles richtig machen! (Am Besten schon, bevor ich da bin!): "Kösels Baby Lexikon" von Lili Stollowsky (Säuglingsschwester und Hebamme, also kompetent!) - 15,95 € - 326 Seiten - gebunden - (b 002) -hier könnt Ihr es bestellen (ist ja für Euch auch nicht schlecht, ich bin nämlich ein modernes Baby) |
(Hinweis: Die folgende Einteilung ist nur eine Richtschnur. Jedes Baby entwickelt sich in individueller Geschwindigkeit.)
Am Ende findet Ihr eine Aufstellung von sinnvollen Geräten und Spielsachen für mich, aber auch von solchen Geräten, die keinen Sinn machen - eher Schaden anrichten.
1. - 6. Woche
Das kann ich, lerne ich: Ich lausche und kann Geräusche unterscheiden und vor allem auch schon Stimmen, besonders von Mama, und die erkenne ich auch, weil sie so gut riecht. Das Sehen funktioniert noch nicht so gut, nur Kontraste und Umrisse.
Das hab' ich gerne: Schlafen - bis zu 17 Stunden; auf dem Arm geschaukelt werden, am Besten mit Hautkontakt, aber nicht bei jedem - nur bei denen, die mich ganz doll lieb haben; deine beruhigende Stimme hören, erzähl mir etwas Schönes, summ mir etwas vor. (das mag ich übrigens nicht nur jetzt, sondern immer wieder und ganz lange.)
Damit musst du rechnen: Wenn ich wimmere, jammere oder gar aus vollem Hals schreie, dann brauch ich euch, dann kümmert euch um mich. (Hinweis: Man kann ein Baby (1 Jahr) nicht zu sehr verwöhnen; Sich-Verweigern oder gar Liebesentzug kann nur schaden!)
2. - 3. Monat
Das kann ich, lerne ich: Ich will wissen, woher Geräusche kommen, und ich mache dich nach, wenn du lachst. Wenn ich auf dem Bauch liege, kann ich mich auf die Arme stemmen. Und wenn ich noch ein bisschen übe, kann ich das, was sich in meiner Nähe bewegt, auch greifen. Merkst du, dass ich mit bestimmten Lauten, überhaupt mit Stimme, Mimik und Gesten mit dir kommunizieren will (so sagt man das heute)?
Das hab' ich gerne: Wenn sich etwas Schönes, Buntes bewegt, nach dem ich greifen kann, über dem Wickeltisch oder über dem Kinderwagen. Im Bettchen könnte mir vielleicht schon ein Schlafpartner gefallen, ein Teddy oder ein Kuschelpüppchen (ACHTUNG: ohne feste Gegenstände wie Augen, Knöpfe oder ähnliches). Oma, kannst du mir vielleicht ein Püppchen häkeln? Und: Erzähl mir, sprich mit mir, sing oder summ mir etwas vor.
Damit musst du rechnen: Mein Wille entwickelt sich. Wenn du mich richtig beobachtest und auf mich hörst, wirst du merken, was ich will. Zuviel Lärm ist für mich stressig, oder wenn du nicht merkst, dass ich müde bin, werde ich auch grantig. Woran du das erkennst? - Ich bekomme einen Hick, ich gähne, huste, seufze, weine oder würge vielleicht sogar. Wenn ich den Kopf abwende oder glasige Augen bekomme, lasst mich in Ruhe, mehr als 20 Minuten kann ich mich nicht konzentrieren.
4. - 6. Monat
Das kann ich, lerne ich: Ich höre auf meinen Namen, fange an zu plappern. Ich merke, wie du reagierst, wenn ich etwas tue: Ich quieke, du freust dich. Das macht Spaß, deshalb wiederhole ich das oft. Weil ich räumlich sehen kann, kann ich auch besser greifen. Ich merke auch schon, ob du dich freust oder ob du traurig oder gar sauer bist.
Das hab' ich gerne: Alles nehme ich in den Mund - ausprobieren, auch meine Hände und Füße - kannst du nicht. Mach Spaß mit mir; ich liebe Versteckspiele: Wo ist mein Teddy? Ach, unter dem Kissen - wusst ich doch.
Damit musst du rechnen: Da ab jetzt meine Zähnchen kommen, bin ich manchmal nicht so gut drauf. Ist ja klar, Schmerzen, Fieber - wer ist da schon lustig! Sorg dafür, dass ich was zum Beißen habe - einen Beißring oder so. Pass auch schön auf, was ich mir in den Mund stecke!
7. - 9. Monat
Das kann ich, lern ich: aufrecht sitzen, rollen, rutschen und krabbeln, wohin ich will. Mit anderen Babys kann ich kommunizieren, nach eigenen Regeln und Strukturen (dada, lala). Ich höre, wenn man mich ruft, und freue mich darüber. Wenn du mir hilfst, kann ich stehen, oder wenn ich mich festhalten kann. Die leisen Töne sind interessant (Ticken einer Uhr). Ich lerne mit Daumen und Zeigefinger (Pinzettengriff) zu fassen. Ich lache über Sachen, die ich lustig finde, wenn z.B. unerwartet etwas passiert.
Das hab' ich gerne: Entdecken, ausprobieren - auch dich: Ich finde das toll, wenn ich etwas fallen lasse. Das macht ein interessantes Geräusch und du bückst dich. Sei bitte kein Spielverderber. Mein Lieblingsspiel: Gegenstände nach Größe und Farbe sortieren. (Ich erkenne nämlich Farben jetzt richtig.)
Damit musst du rechnen: Ich komme jetzt fast überall hin, und, wenn du nicht aufpasst, auch ans Katzenklo. Und das, was ich mit Daumen und Zeigefinger fassen kann, verschwindet auch ganz schnell im Mund.
10. - 12. Monat
Das kann ich, lerne ich: Ich kann mich immer besser bewegen, will deshalb alles ausprobieren, will an der Hand nicht nur stehen, sondern auch gehen. Ich kann schon einige richtige Worte sprechen. Ich lerne aus der Tasse zu trinken, und das mit dem Löffel muss doch auch zu packen sein.
Das hab' ich gerne: Beim An- und Ausziehen mithelfen: Schühchen aus, Hand in den Ärmel. Faszinierend: Einräumen und Ausräumen - am liebsten Mamas und Omas Topfschrank. Große Puzzles machen Spaß, und Essen und Laufen und Kommandieren ("Tinken", "Lolade")
Damit musst du rechnen: Alles, was ich kann, geht auch oft noch daneben, wenn ich mich nicht richtig konzentriere: Der Tee aus der Tasse geht mit Schwung daneben. Der Löffel wird zur Schleuder. Das Laufen endet oft mit Bauch- oder (besser) mit Popolandung. Aber trotzdem bin ich so schnell wie nie - du auch? HINWEIS: Bei den Kommandos nicht zu oft schwach werden: "Jetzt ist Schluss."