Kinderfragen - Großelternrat
Wir alle kennen sie zur Genüge, diese Fragen unserer Kinder, die unsere Nerven oft gehörig strapazierten, die uns vielleicht sogar oft aus der Haut fahren ließen: "Warum ist das so? Wieso tun die das? ..." Und wenn uns das zuviel wurde, dann hieß es oft: "Warum? - Darum!" "Weshalb? - Deshalb!"
Wir müssen deshalb heute kein schlechtes Gewissen bekommen. Waren wir doch damals auch voll im Junge-Familien-Stress: Haushalt - Arbeit - Kind(er) - Partner - Freizeit - und ... Nur mit Mühe bekamen wir die Enden zusammen, oft abends völlig fertig. Und dann gingen einem solche Fragen irgendwann auf die Nerven, und unsere Kinder wussten gar nicht warum.
Heute sind wir in einer ganz anderen Position und Situation. Heute können wir uns Zeit für die Fragen unserer Enkel nehmen - wenn nicht wir, wer dann? Heute schaffen wir es wahrscheinlich auch viel besser, uns in die Frageabsichten der Kinder hinein zu versetzen.
"Warum scheint die Sonne?" will wahrscheinlich gar keinen physikalischen Vortrag hören, sondern ist zufrieden mit: "Damit es auf der Erde hell ist." Warum regnet es?" will keinen Vortrag über Wetterkunde hören, sondern ist zufrieden mit: "Weil alle, Tiere, Pflanzen und auch Menschen Durst haben."
Oft entwicklen sich die Fragen der Kinder regelrecht philosophisch oder religiös, sie fragen nach Lebenssinn, nach Tod, nach Himmel und Ewigkeit. Und sie wollen - das ist ganz wichtig - darin ernst genommen werden, wollen die Welt, die meistens eine Welt der Erwachsenen ist, auf ihre Art verstehen. Die Kunst ist nun, sie ernst zu nehmen, aber nicht erwachsen-ernst, sondern kinder-ernst und dazu in ihre Vorstellungswelt ein zu tauchen. Wem das nicht so einfach fällt - und so geht es wahrscheinlich den meisten, so ging es auch mir - der lernt am Besten am Beispiel.