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Großeltern kochen mit Kindern Das sind bei mir - gottseidank - unauslöschliche Kindheitserlebnisse und -erfahrungen: - der Duft von Spritzgebäck in der Adventszeit, - das Kurbeln am Fleischwolf, wenn dann vorne die Teigstränge herauskamen und in Figuren oder Buchstaben aufs Backblech gelegt wurden und wenn man beim Nachfüllen aufpassen musste, das die Finger nicht in der Transportschnecke geklemmt wurden, - das Warten auf die ersten fertigen Plätzchen (nie hat Spritzgebäck besser geschmeckt als in diesem Moment), - der blitzschnelle Teigklau mit dem Zeigefinger, denn der frische Teig schmeckte noch besser - ungeachtet des Klappses auf die Finger oder der Bauchschmerzen hinterher. Nicht nur beim Plätzchenbacken und nicht nur zu Weihnachten durften wir Kinder - besonders bei Onkel und Tante auf dem Land - beim Kochen helfen. Und ich bin mir sicher, dass diese Kocherlebnisse meine Einstellung zu Lebensmitteln und zum Essen geprägt haben: - Das, was man mit Freude und Mühe selbst bereitet hat, schmeckt, schmeckt besser als das, was man fertig vorgesetzt bekommt. - Und das lässt man nicht einfach stehen, weil man gerade keine Lust zum Essen hat, und das schmeißt man auch nicht einfach weg. - Das meiste über unsere Nahrungsmittel und ihren Wert lernt man beim Kochen - und dementsprechend auch Achtung davor. Alle Fachleute sind sich auch heute darüber einig, welchen Wert das gemeinsame Kochen für Kinder hat. Aber leider sieht es in der Realität meistens so aus, dass die Eltern durch Beruf und Haushalt zu wenig Zeit haben für dieses - zugegeben - zeit- und arbeitsaufwändige Kochen mit Kindern. Vom Schlachtfeld Küche gar nicht zu reden. Aber wir, Ihr lieben Mitgroßeltern, wir haben doch die Möglichkeit, da unseren Enkelkindern Gutes zu tun - nicht jeden Tag, auch nicht unbedingt regelmäßig, sondern als ein besonderes Ereignis, als ein "Event", das man zum Beispiel als ein spannendes Programm für zuhause in Reserve hat, wenn uns das Wetter daran hindern sollte, mit unseren Enkelkindern nach draußen zu gehen.
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Damit das Ganze für das Kind auch überschaubar und abwechslungsreich und damit interessant abläuft, solltet Ihr folgende Abläufe planen und organisieren (Die Routine kommt, schnell, weil ja auch Euer Enkelkind schnell dazu lernt): - Rezept: Was kochen wir? Worauf haben wir Appetit? Da muss man schon ein bisschen führen durch Vorschläge (Also, ich hätte Lust auf ... Oder: Gestern durftest du wählen, heute darf der Opa wählen) oder Fragen (Was hältst du denn von ...?). Sonst kommen die üblichen Antworten (Pommes und ...). - Einkaufen (mit Einkaufszettel!): Geht mit den Kindern einkaufen und macht daraus eine Lebens-Lehrstunde: Warum kaufen wir das und nicht das? (frischer, preiswerter, ...), Preisvergleiche anstellen lassen (Was ist billiger, die kleine oder die große Dose?), Mengenbewusstsein erwecken (Das können wir drei doch gar nicht alles essen!), zielbewusst einkaufen (Wir kaufen nur, was wir jetzt brauchen, und nicht, was wir vielleicht später einmal brauchen kvönnten - oder auch nicht!) - Und vor dem Essen wollen wir uns doch nicht den Bauch mit Süßigkeiten vollstopfen. - Vorbereitung (und Nachbereitung): Wobei können Kinder helfen? . nicht vergessen: Händewaschen und Schürze um (oder altes T-Shirt von Opa) . Einkaufstasche ausräumen . Obst und Gemüse waschen . Obst und Gemüse zerkleinern: erst mit stumpfem Messer (Bananen), nach und nach mit schärferen Messern (Möhren, Kartoffeln, Äpfel) - wichtig dabei: geduldig vormachen und anleiten und immer aufpassen! . Obstteller herrichten, Gemüse in Topf legen . Brote schmieren und belegen und dekorieren . trocken mischen, z.B. Müsli . Teig rühren und kneten . kalte Soßen (Salat) und Quarkspeisen rühren . Pizza belegen (immer wieder gerne) . Superspaß: Spaghetti mit Lebensmittelfarben bunt machen . Tisch dekorieren und schmücken . Tisch abräumen, abtrocknen (gute Kommunikationsmöglichkeit), wegräumen . Reste einfrieren grundsätzlich: Das Kind nicht überfordern (gefährlich), aber auch nicht unterfordern (langweilig) - Kochen: Heiß, heiß - Gefahrenzone! Deshalb langsam und behutsam heran führen und nie aus den Augen lassen! Absolut tabu für Kleinkinder: kochendes Wasser, heiße Herdplatte (Wie heiß die Herdplatte tatsächlich ist, begreift Euer Enkelkind, wenn es - natürlich aus sicherer Entfernung - sieht, was passiert, wenn Ihr ein paar Tropfen Wasser auf die heiße Herdplatte tropfen lasst. Dazu muss man selten noch etwas sagen.) - Essen: Macht das Essen für Eure Kinder (wieder) zu einem kulturellen Ereignis, zu einem Ereignis von Ernährungs-, Genuss- und Kommunikationskultur. Tipps dazu von der Kinderärztin Dr. Vibeke Manniche, die im Auftrag des dänischen Gesundheitswesens entsprechende Untersuchungen durchführte: . Sorg dafür, dass das Essen gesund und abwechslungsreich ist. . Sorg dafür, dass mindestens einmal am Tag die ganze Familie bei Tisch versammelt ist. (Was in der Familie oft nicht möglich ist, ist bei Oma und Opa möglich) . Sorg für eine ruhige und freundliche Stimmung. Essen sollte nicht mit schlechter Laune und Stress verbunden sein. . Sorg dafür, dass Ihr Zeit habt. Kinder essen nicht so schnell wie Erwachsene. . Lass das Kind möglichst selber essen, auch wenn dabei eine "Schweinerei" entsteht. . Sorg dafür, dass man miteinander reden kann. Macht das Radio und auf jeden Fall den Fernseher aus. . Gib dem Kind nie etwas anderes, als das, was auf dem Tisch steht. . Zwing das Kind nicht dazu, etwas zu essen. . Drohe nicht (Wenn du nicht isst, spielen wir nicht mehr) und versprich nichts (Wenn du das isst, bekommst du eine Nachspeise) - auch das ist eine Drohung (Wenn nicht, dann ...) . Vermeide, dass sich das Kind vor dem Essen mit Milch oder Saft "satt trinkt". . Gib deinem Kind kleine Portionen auf einem großen Teller (das wirkt nicht so mächtig) und vermansche das Essen nicht (das Kind soll sehen können, was es isst). . Sprich normal mit dem Kind - sprich nicht über das Kind, sondern mit ihm. . Steh erst dann vom Tisch auf, wenn alle fertig mit essen sind. . Das Kind soll das Essen mit Lust und Freude genießen dürfen und sich auf das nächste Essen-Koch-Ereignis mit Oma und Opa freuen können. | Ein wunderbares Buch zum Thema "Kochen mit Kindern" ist aus der "Petterson und Findus" - Reihe das Buch: "Kochen mit Petterson und Findus - Kochen ist (k)eine Zauberei", ein Buch mit vielen Ideen und auch Experimenten zum Thema für alle Altersgruppen. Es kostet 12,90 €, (b 024) hier bekommt Ihr mehr Infos und hier könnt Ihr es bestellen! | Möchtet Ihr uns weiter empfehlen? weiter
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